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24.09.2018

Gesamtvorstand von PHYSIO-DEUTSCHLAND berät über aktuelle berufspolitische Lage

Am 22. September 2018 tagte der Gesamtvorstand von PHYSIO-DEUTSCHLAND in Köln. Die Vertreter der Landesverbände und des Bundesverbandes sprachen schwerpunktmäßig über das aktuelle Eckpunktpapier zur Verbesserung der Situation der Heilmittelerbringer von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und die nächsten berufspolitischen Schritte dazu.

Denn schon am 27. September 2018 wird der Minister die Inhalte seines Papiers auf dem 1. Therapiegipfel in Berlin vorstellen. Erwartetet werden dort 500 Berufsangehörige, Politiker und Experten aus dem Gesundheitswesen.

Die Top Themen für PHYSIO-DEUTSCHLAND stehen fest: bessere Vergütung, zeitnahe Umsetzung der bundesweit kostenfreien Ausbildung, Entbürokratisierung und eine größere Autonomie in der Berufsausübung. Der Gesamtvorstand von PHYSIO-DEUTSCHLAND hat über diese Themen ausführlich beraten und damit die Gespräche mit den anderen Verbänden sowie mit den Entscheidern der Politik und den Krankenkassen vorbereitet.

Hier die zentralen Punkte: Der Gesamtvorstand von PHYSIO-DEUTSCHLAND ist sich einig. Über die bereits erreichten Gebührenerhöhungen von durchschnittlich 30 Prozent bis 2020 und die vom Minister vorgesehene dauerhafte Abkoppelung von der Grundlohnsumme bei Gebührenverhandlungen ab dem Jahr 2020, benötigt die Branche eine weitere kurzfristige finanzielle Unterstützung, so wie sie beispielsweise das Sofortprogramm des Physiotherapeuten und Bundestagsabgeordneten Dr. Roy Kühne vorsieht. Ohne Zweifel werden von der im Eckpunktepapier des Ministers angedachten bundesweiten Angleichung der Vergütungen auf die Bundeshöchstpreise viele Kolleginnen und Kollegen in Deutschland zum 01. Januar 2020 weiter profitieren, aber eben nicht alle. "Wir sind gespannt wie sich Bundesgesundheitsminister Jens Spahn zur finanziellen Lage der Physiotherapeuten auf dem Therapiegipfel in Berlin positionieren wird", erklärt Andrea Rädlein, Vorsitzende von PHYSIO-DEUTSCHLAND. 

Das Eckpunktepapier des Ministers enthält viele wichtige und richtige Maßnahmen. PHYSIO-DEUTSCHLAND begrüßt diese positiven Ansätze und Willenserklärungen des Ministers. In einigen Bereichen ist allerdings noch Luft nach oben, so zum Beispiel fehlt die Möglichkeit, den Direktzugang in Modellvorhaben zu erproben.

Auch die Modernisierung der Ausbildung steht auf der Agenda des Ministers. Ob seine ersten Planungsschritte ausreichend sind, werden die nächsten Wochen zeigen. Gerade die Novellierung des Berufsgesetzes und der Ausbildungs- und Prüfungsordnung für Physiotherapeuten ist PHYSIO-DEUTSCHLAND besonders wichtig. Denn: "Hier stellen wir die Weichen für die Zukunft der Physiotherapie in Deutschland, wie sie in zehn Jahren selbstverständlich sein soll", betont Andrea Rädlein. PHYSIO-DEUTSCHLAND fordert deshalb die generelle Etablierung einer hochschulischen Ausbildung für Physiotherapeuten. Auf dem Weg dahin muss es Anpassungen der Ausbildung geben, um der aktuellen Versorgungssituation gerecht zu werden. Wie diese inhaltlich aussehen sollen, erarbeiten aktuell verbandsübergreifende Arbeitsgruppen. Hier erfolgt ein enger Austausch mit allen relevanten Akteuren der berufspolitischen Bildungsszene wie zum Beispiel dem Verband Leitender Lehrkräfte an Physiotherapieschulen (VLL) oder dem Hochschulverbund der Gesundheitsberufe (HVG).

Entbürokratisierung ist Thema im Gemeinsamen Bundesausschuss

Der Gemeinsame Bundesausschuss hat das Stellungnahmeverfahren zur Überarbeitung der Heilmittel-Richtlinie und dem Heilmittelkatalog – auch das war Thema der Gesamtvorstandssitzung am vergangenen Samstag - eingeleitet. In dieses Stellungnahmeverfahren geht PHYSIO-DEUTSCHLAND mit klaren Forderungen, die die Bundesdelegegiertenkonferenz des Verbandes bereits im April 2018 beschlossen hat – siehe hier. Dabei geht es um eine klare Vereinfachung und Entbürokratisierung der Verordnungsvorgaben für Ärzte. Ziel ist es, mehr Rechtssicherheit bei der Abrechnung  und spürbar weniger Bürokratie für Physiotherapeuten in der ambulanten Versorgung zu erreichen. Über den zeitlichen Verlauf des Stellungnahmeverfahrens werden wir gesondert berichten.

Zum Abschluss der eintägigen Gremiensitzung gab es noch eine erste Zwischenbilanz zur aktuellen Patientenaktion "WarteZeit zu handeln!" und dem Wartezeitenbarometer Physiotherapie. Beide Aktionen sind Teil der Strategie, die Probleme in der Versorgung auch in den nächsten Wochen öffentlich zu machen. Besonders die Patientenaktion ist sehr erfolgreich gestartet. Viele Praxen haben die Aktionsmaterialien bereits online bestellt und die Bundesgeschäftsstelle ist bemüht, zeitnah alle Bestellungen zu versenden.
Schon am 18. Oktober 2018 trifft sich der Gesamtvorstand von PHYSIO-DEUTSCHLAND im Rahmen des Bundeskongresses Physiotherapie in Bad Soden am Taunus wieder.