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10.10.2018

Nationale Versorgungsleitline Asthma: Ein Überblick über alle Aktualisierungen

Ende September ist die neue Ausgabe der Nationalen Versorgungsleitlinie Asthma unter Mitarbeit von PHYSIO-DEUTSCHLAND erschienen. Frau Pfeiffer-Kascha von der AG Atemphysiotherapie und Frau Tholen vom Referat für Bildung und Wissenschaft haben für PHYSIO-DEUTSCHLAND die fachliche Hintergrundarbeit zu diesem Thema übernommen.

Wie schon in den vorherigen Fassungen der Versorgungsleitlinie kommt der Physiotherapie auch in der aktualisierten dritten Auflage eine wichtige Rolle in der Therapie von Asthmapatienten zu. Die Neuerungen liegen diesmal vor allem im Bereich der Asthmakontrolle. Für die Klassifikation und Behandlung von Asthma wird die bekannte Schweregradeinteilung zukünftig abgeschafft, dafür sollen alleine die bestehende Symptomatik und das Risiko zur Verschlechterung als Maßstab herangezogen werden. Auch die Erhöhung der Therapie und das Stufenschema für Kinder und Jugendliche wurden neu reglementiert. Um Nebenwirkungen zu vermeiden, werden hochdosierte inhalative Corticosteroide bei Kindern deshalb zukünftig erst zu einem späteren Zeitpunkt empfohlen. Vor jeder Therapieerhöhung soll der Arzt außerdem Schulungsbedarf, Adhärenz, Allergiepotential und Umwelt des Patienten sowie die Diagnose überprüfen. 

Die Versorgungsleitlinie setzt damit einen entscheidenden Schwerpunkt auf das Thema Schulung. Auch hier wird der Stellenwert der Physiotherapie noch einmal verdeutlicht. Denn im Rahmen der Langzeittherapie haben Asthmapatienten den Leitlinienempfehlungen entsprechend bei fast allen nicht-medikamentösen Behandlungsverfahren (Atemphysiotherapie, körperlichem Training oder Lungensportgruppen) Kontakt mit dem Physiotherapeuten. Diese erhöhte Kontaktzeit ermöglicht eine intensive Beratung und Aufklärung der Patienten und sichert dem Physiotherapeuten neue Möglichkeiten des professionellen Handelns. 

Die aktualisierte Leitlinie finden Sie hier.