Ulla Schmidt: Bewegung ist der Schlüssel für weniger Haltungsschäden und zur Vermeidung von Kinderunfällen
Bewegungsmangel ist häufig Ursache von Haltungsschäden bei Kindern und tatsächlich auch von Kinderunfällen. Die Bundesregierung hat die Weichen gestellt, damit Kinder und Jugendliche künftig noch bessere Chancen haben, gesund aufzuwachsen.
Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt spricht sich gemeinsam mit Vertretern der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie e.V. und der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie e.V. für verbesserte Rahmenbedingungen bei der Prävention von Haltungsschäden und bei der Vorbeugung von Kinderunfällen aus.
„Der einfache Schlüssel zu weniger Haltungsschäden und zu weniger Kinderunfällen ist und bleibt Bewegung, betont die Bundesgesundheitsministerin. Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: 12 Prozent der unter 14jährigen Patientinnen und Patienten haben Haltungsschäden, drei Viertel davon sind auf mangelnde Bewegung zurückzuführen, so Schmidt. Nach Schätzungen von Experten seien mindestens 60 Prozent der Kinderunfälle durch vorbeugende Maßnahmen vermeidbar. Hier sei der Einsatz aller notwendig. Schulen müssen für regelmäßigen Sportunterricht sorgen. Die Verantwortung hierfür liege bei den Kultusministerinnen und Kultusministern der Länder. Auch die Ärzteschaft könne einen wichtigen Beitrag leisten, indem sie z.B. im persönlichen Gespräch aufklären und zu einem gesunden Lebensstil motivieren, betonte Schmidt.
Die Bundesgesundheitsministerin begrüßte, dass die Deutsche Gesellschaft der Orthopäden und orthopädischen Chirurgen auf das Thema „Bewegungsförderung in Schulen“ einen Schwerpunkt ihrer Arbeit gelegt und das Projekt „Rückenschule in der Schule“ entwickelt hat.
Der ZVK ist bezüglich Haltungsschäden von Kindern seit Jahren gut aufgestellt sowie mit der Rückenschule für Kinder – Aufrecht durchs Leben“ (siehe ZVK news) sowie Kinderrückenschullehrer und ErgoPhysConsultant in der Gesundheitsförderung für Kindergärten und Schulen (siehe ZVK news) .
Für Prävention sind Daten über die Zahl und die Ursachen von Unfällen notwendig. Der Kinder- und Jugendsurvey (KIGGS) (siehe ZVK news) hat erste Erkenntnisse über die Kindergesundheit geliefert (siehe http://www.kiggs.de/). Das Bundesgesundheitsministerium wird die Datenlage zu Kinderunfällen weiter verbessern: Beim künftigen Gesundheitsmonitoring des Robert Koch-Instituts wird das Thema „Kinderunfälle“ berücksichtigt.
Die Bundesministerien für Gesundheit und für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz werden den von der Bundesregierung beschlossenen Nationalen Aktionsplan „IN FORM - Deutschlands Initiative für gesunde Ernährung und mehr Bewegung“ in den nächsten Monaten gemeinsam mit den Akteuren vor Ort – Kommunen, Sportvereinen etc. – umsetzen. Mit diesem Aktionsplan wollen wir die Menschen motivieren und unterstützen, dass sie eine ausgewogene Ernährung und viel Bewegung als Bereicherung ihres Alltags erleben.
Nach Expertenschätzungen verunglücken jedes Jahr ca. 1,7 Mio. Kinder und Jugendliche. Wenig bekannt ist, dass es sich dabei nicht in erster Linie um Verkehrsunfälle handelt. Viele Unfälle passieren in der Schule, im Kindergarten oder zu Hause. Deshalb muss intensiver über Unfallgefahren im Kindesalter und deren Vermeidung aufgeklärt werden. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung stellt zur Verhütung von Kinderunfällen einen Elternratgeber zur Verfügung. Dieser gibt konkrete Tipps zur Vorbeugung. Die Online-Datenbank „Prävention von Kinderunfällen“ informiert zudem über die Aktivitäten in diesem Bereich.
Die Verhütung von Unfällen ist auch Teil der „Strategie der Bundesregierung zur Förderung der Kindergesundheit“. Sie zielt darauf ab, die gesundheitliche Chancengleichheit der Kinder und Jugendlichen zu verbessern, die Voraussetzungen für einen gesunden Lebensstil zu schaffen und ihn in den Alltag der Kinder zu integrieren.