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Gebühren: Verhandlungen und Abschlüsse in 2017

Neue Rahmenbedingungen für die laufenden Verhandlungen ermöglichen höhere Abschlüsse

Bis zum 11. April 2017 galt die Grundlohnsumme als maximale Obergrenze für Verhandlungen mit den Krankenkassen. Mit unserer Kampagne "38,7 % mehr wert." haben wir für die unzureichende finanzielle Situation in der ambulanten physiotherapeutischen Versorgung sensibilisiert – zunächst in Richtung Politik und nun gegenüber den Krankenkassen. Der Wegfall dieser Begrenzung war eine zentrale Forderung von PHYSIO-DEUTSCHLAND in den letzten Jahren.

Durch das Inkrafttreten des Gesetzes zur Stärkung der Heil- und Hilfsmittelversorgung (HHVG) im April 2017 entfällt diese Obergrenze mindestens bis Ende 2019 – also (zunächst) für drei Jahre.

Außerdem führen die sogenannten Preisuntergrenzen (PUGs), die der Gesetzgeber bereits 2015 im GKV-Versorgungsstärkungsgesetz verankert hat, ebenfalls noch zu Preisangleichungen. Die PUGs sind wichtig für all die Regionen, in denen es größere Unterschiede in der Vergütung zwischen den einzelnen Krankenkassen gibt.

Ziel von PHYSIO-DEUTSCHLAND ist es nun, schnell und bestmöglich mit den Krankenkassen zu deutlich spürbaren Abschlüssen zu gelangen. "Es muss mehr Geld in unseren Praxen ankommen", unterstreicht Andrea Rädlein, Vorsitzende von PHYSIO-DEUTSCHLAND, den Anspruch an die aktuellen Gebührenverhandlungen mit den Krankenkassen.

Die Gebührenabschlüsse seit Inkrafttreten des HHVG sind dabei durchaus positiv und liegen weit über den sonstigen Tariferhöhungen in Deutschland. Alle diesbezüglichen Informationen bündeln wir hier auf dieser Seite für Sie.

Bundesweite Gebührenverhandlungen

Die Gebührenlisten der Berufsgenossenschaften/Unfallversicherungsträger, der Ersatzkassen, der Landwirtschaftlichen Krankenkasse (Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau, SVLFG) und der Postbeamtenkrankenkasse verhandelt PHYSIO-DEUTSCHLAND in Vollmacht für seine Landesverbände bundesweit.

Hier die Ergebnisse:

  • Berufsgenossenschaften (DGUV/SVLFG UV): Für den Zeitraum von 01. März 2017 gab es eine strukturelle Erhöhung der Vergütung in Höhe von 2,6 Prozent. Für den Zeitraum vom 01. Oktober 2017 bis 30. April 2018 wurde darüber hinaus eine weitere strukturelle Anpassung in Höhe von 6,5 Prozent vereinbart.  

  • Ersatzkassen (vdek): Hier dauern die Verhandlungen noch an. 

  • SVLFG: Zum 15. April 2017 konnten wir eine Steigerung um 9,7 Prozent vereinbaren. Die Laufzeit geht bis zum 31. März 2018. 

  • Postbeamtenkrankenkasse: Zeitgleich mit dem Gebührenabschluss im Bereich der Ersatzkassen gelten ab dem 01. Januar 2017 (2,5 Prozent. Zur Mitgliedergruppe A zählen dabei Beamte und Ruhestandsbeamte des einfachen Dienstes und deren Hinterbliebenen.

Regionale Gebührenverhandlungen in den Vertragsgebieten

Die regionalen Verhandlungen werden von den Landesverbänden von PHYSIO-DEUTSCHLAND geführt. In nahezu allen Vertragsgebieten verhandeln die jeweiligen Berufsverbände der Physiotherapeuten dabei gemeinsam und versuchen die jeweils bestmögliche Erhöhungen gegenüber den Krankenkassen durchzusetzen. 

Alle Detailinformationen zu den einzelnen Abschlüssen und die entsprechenden Preislisten erhalten Mitglieder von PHYSIO-DEUTSCHLAND über ihren Landesverband. Die Kontaktdaten gibt es hier.

Die hier aufgeführten Abschlüsse unterscheiden sich in Höhe und Laufzeit und sind deshalb in der Regel nicht direkt miteinander vergleichbar.

  • Bayern:

Die Preise steigen ab dem 1. November 2017 strukturell um 9,9 Prozent (hier profitieren vor allem die Zertifikatspositionen), zum 1. Juli 2018 steigen die Preise linear um 9 Prozent und zum 1. Juli 2019 ein weiteres Mal linear um 9 Prozent. Die Preise bei den bayerischen Primärkassen steigen damit innerhalb von drei Jahren um 30,6 Prozent.

  • Berlin:

Vom 01. Februar 2017 stiegen die Preise im Rahmen der PUG-Regelung um 3,9 Prozent. Zum 01. Juni 2017 gab es eine weitere Erhöhung um circa 4,8 Prozent. Die Gesamterhöhung liegt damit nominal bei circa 8,9 Prozent. Die Laufzeit endet am 31. Dezember 2017. 

  • Bremen:

Zum 01. Januar 2017 gab es eine Erhöhung der Vergütungen im Rahmen der PUG-Regelung um 3,8 Prozent. Zum 01. August 2017 wurden die Vergütungen um weitere 6,65 Prozent erhöht, die Gesamterhöhung liegt damit bei circa 10,7 Prozent. Die Laufzeit endet am 31. Dezember 2017.

  • Hamburg:

Zum 01. Februar 2017 erfolgte eine Erhöhung im Rahmen der PUG-Regelung um 2,5 Prozent. Am 01. Juni 2017 stiegen die Preise um weitere 9,0 Prozent. Die Gesamterhöhung liegt damit bei circa 11,7 Prozent. Die Laufzeit endet zum 31. März 2018

  • Hessen:

Zum 01. September 2017 stiegen die Gebühren um 9,5 Prozent. In den Jahren 2018 und 2019 steigen die Preise in zwei Stufen jeweils zum 01. September um jeweils weitere 9,0 Prozent. Damit erhöhen sich die Gebühren bei einer Laufzeit von drei Jahren um insgesamt 30,1 Prozent.

  • Niedersachsen:

Zum 01. Februar 2017 gab es im Rahmen der PUG-Regelung eine Steigerung um 4,0 Prozent. Zum 01. Juli 2017 stiegen die Preise um weitere 6,0 Prozent. Die Laufzeit endet  am 31. Dezember 2017 und die Gesamterhöhung für dieses Jahr liegt bei circa 10,2 Prozent.

  • Rheinland:

Zum 01. Februar 2017 stiegen die Gebühren im Rahmen der PUG-Regelung um 2,96 Prozent. Am 01. Juli gab es eine weitere Erhöhung von circa 7,88 Prozent. Die Laufzeit endet am 31. Dezember. Die Gesamterhöhung beträgt circa 11,1 Prozent.

  • Rheinland-Pfalz:

Zum 01. Februar 2017 gab es im Rahmen der PUG-Regelung eine Erhöhung um 2,5 Prozent. Ab dem 01. Mai 2017 erfolgte eine weitere Steigerung um 5,7 Prozent. Die Laufzeit endet am 31. März 2018. Die Gesamterhöhung beträgt circa 8,3 Prozent.

  • Saarland:

Zum 01. März 2017 gab es im Rahmen der PUG-Regelung eine Erhöhung um 2,8 Prozent. Ab dem 01. Mai 2017 erfolgte eine weitere Steigerung um 5,7 Prozent. Die Laufzeit endet am 31. März 2018. Die Gesamterhöhung beträgt circa 8,5 Prozent.

  • Westfalen-Lippe:

Vom 01. Mai 2017 bis zum 31. Oktober gibt es eine Erhöhung im Rahmen der PUG-Regelung um circa 4,65 Prozent. Ab dem 01. November 2017 werden die Preise nochmals um 4,65 Prozent erhöht. Die Laufzeit endet am 30. April 2018. Die Gesamterhöhung beträgt circa 9,5 Prozent.

Gebührenvereinbarungen mit einzelnen oder mehreren Krankenkassen nach Vertragsgebiet

  • AOK Baden-Württemberg:

Die Verhandlungsergebnisse werden in Kürze hier veröffentlicht.

  • AOK Nordost (Brandenburg/Mecklenburg-Vorpommern):

Vom 01. September 2017 steigen die Vergütungen in zwei Schritten zum 01. September 2017 und zum 01. Februar 2018 um insgesamt 15,4 Prozent. Die Vertragslaufzeit endet am 30. September 2018. 

  • AOK Nordwest (Schleswig-Holstein):

Zum 01. Mai 2017 sind die Preise um circa 4,74 Prozent erhöht worden. Eine weitere Steigerung um nochmals circa 4,74 Prozent erfolgt zum 01. November 2017. Die Vertragslaufzeit endet am 28. Februar 2018.

  • AOK Plus:

Rückwirkend zum 01. August 2017 steigen die Vergütungen um insgesamt 12,3 Prozent. Die Vertragslaufzeit endet am 31. März 2018.

  • AOK Sachsen-Anhalt:

Die Verhandlungen wurden für gescheitert erklärt und das Schiedsverfahren eingeleitet.

  • BKK NBL:

Zum 01. April 2017 gab es eine Erhöhung im Rahmen der PUG-Regelung von 2,15 Prozent. Zum 01. Juli 2017 stiegen die Gebühren nochmals um weitere circa 6,25 Prozent an. Die Laufzeit endet am 31. Dezember 2017; die Gesamterhöhung beträgt circa 8,4 Prozent.

  • BKK, IKK und KBS Baden-Württemberg:

Zum 01. Februar 2017 stiegen die Preise um 3,14 Prozent und zum 01. Juli 2017 nochmals um weitere circa 7,4 Prozent. Insgesamt beträgt die Erhöhung 10,6 Prozent. Die Laufzeit endet am 31. März 2018.

  • BKK, IKK und KBS Schleswig-Holstein:

Zum 01. Mai 2017 konnte eine Gebührenerhöhung um 11,76 Prozent vereinbart werden. Die Laufzeit endet am 31. Juli 2018.

  • IKK Nord (Mecklenburg-Vorpommern):

Zum 01. Juli 2017 gab es eine Gebührenerhöhung um circa 12,25 Prozent. Am 01. März 2018 erfolgt eine weitere Steigerung um circa 3,7 Prozent. Die Laufzeit endet am 31. Juli 2018; die Gesamterhöhung liegt bei circa 16,4 Prozent.

  • IKK classic (Sachsen und Thüringen):

Zum 01. August 2017 wurden die Preise linear um 10,0 Prozent angehoben. Am 01. Januar 2018 erfolgt eine weitere Erhöhung um 6 Prozent. Die Laufzeit endet am  31. Mai 2018; und die Gesamterhöhung liegt bei 16,6 Prozent.

  • IKK gesund plus (Sachsen-Anhalt):

Die Verhandlungen wurden für gescheitert erklärt und das Schiedsverfahren eingeleitet.

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