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Glossar


Heilmittel

Zu Heilmitteln gehören Dienstleistungen wie zum Beispiel die Physiotherapie (Krankengymnastik, Massagen), Ergotherapie, Stimm-, Sprech- und Sprachtherapie.

Heilmittelerbringer werden vorbeugend, heilend oder nachsorgend tätig; in der Therapie bedürfen sie der ärztlichen Verordnung. Auf der Basis einer eigenständigen Befunderhebung und Therapieplanung arbeiten die Therapeuten gemeinsam mit dem Patienten daran, dessen Funktionen und Fähigkeiten für Aktivitäten des täglichen Lebens zu erhalten und zu verbessern, sowie Autonomie und Lebensqualität positiv zu beeinflussen.

Behandlung mit Heilmitteln
Jeder Versicherte der gesetzlichen Krankenversicherung hat Anspruch auf Heilmittel.
Nach der ärztlichen Verordnung dürfen die Heilmittel ausschließlich von zugelassenen Heilmittelerbringern wie Ergotherapeuten, Physiotherapeuten oder Logopäden geleistet werden.

Wie viele Heilmittel-Behandlungen können bei einer Erkrankung insgesamt verordnet werden?
Der Arzt kann bei Erkrankungen mit voraussichtlich kurzfristigem Verlauf einmal bis zu sechs/zehn Behandlungen verordnen, bei Erkrankungen mit voraussichtlich langfristigem Verlauf 12, 18 oder 30 Behandlungen. Langfristige Verordnungen, die über die festgelegte Gesamtverordnungsmenge hinausgehen, sind grundsätzlich möglich, müssen jedoch medizinisch begründet und von der Krankenkasse genehmigt werden; das Genehmigungsverfahren kann von den Krankenkassen ausgesetzt werden.

Kann der Arzt Heilmittel auch langfristig verordnen?
Ja. Auch nach Überschreiten der in den Heilmittel-Richtlinien geregelten Gesamtverordnungsmengen für einzelne Diagnosegruppen ist eine Fortsetzung der Heilmittelbehandlung möglich, wenn dies medizinisch notwendig erscheint. So erhalten beispielsweise Kinder mit einer schweren spastischen Lähmung, Schlaganfallpatienten oder Patienten mit einer schweren Multiplen Sklerose die notwendige Behandlung ohne Unterbrechung und ohne weiteren bürokratischen Aufwand.
Für eine längerfristige Verordnung von Heilmitteln ist die Genehmigung der Krankenkasse notwendig; das Genehmigungsverfahren kann von den Krankenkassen ausgesetzt werden.
Damit sichergestellt ist, dass durch das Genehmigungsverfahren bei der Krankenkasse keine Behandlungsunterbrechungen entstehen, übernimmt diese unabhängig vom Ergebnis der Entscheidung über die Genehmigung bis zu ihrer Entscheidung die Kosten für die vom Vertragsarzt verordneten und vom Heilmittelerbringer erbrachten Leistungen.