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23.04.2026 – Bundesverband

Fortschritt, Dynamik und berufspolitische Meilensteine: 19 Jahre Vorstandsarbeit von Andrea Rädlein

38,7 Prozent mehr wert, GKV-VSG, HHVG, TSVG, G-BA, Bundesrahmenvertrag, Blankoverordnung – diese Schlagworte stehen für zentrale berufspolitische Erfolge und Aktivitäten der Physiotherapie in Deutschland. Sie sind zugleich untrennbar mit dem Engagement von Andrea Rädlein verbunden, die diese Entwicklungen über viele Jahre hinweg maßgeblich mitgestaltet und vorangetrieben hat.

Im Rahmen der Bundesdelegiertenkonferenz 2026 beendete Andrea Rädlein auf eigenen Wunsch ihre Vorstandstätigkeit bei Physio Deutschland. Damit geht eine außergewöhnlich lange und prägende Phase ehrenamtlicher Spitzenarbeit für den Verband zu Ende.

Mit einer bundesweiten Kampagne, die 180.000 Unterstützerstimmen mobilisierte, und dem damals provokanten Slogan „Physiotherapie ist 38,7 % mehr wert“ trat Andrea Rädlein Ende 2014 ihr Amt als Vorsitzende von Physio Deutschland an. Bereits seit 2007 war sie stellvertretende Vorsitzende und auf Bundesebene insbesondere für die Themen der freiberuflich tätigen Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten verantwortlich.

Zu ihren Aufgaben zählten unter anderem die Vertrags- und Vergütungsverhandlungen mit dem Verband der Ersatzkassen sowie der Gesetzlichen Unfallversicherung. Darüber hinaus engagierte sie sich intensiv in der berufspolitischen Arbeit in Berlin – für Physio Deutschland und auch als Vorstandsmitglied im Spitzenverband der Heilmittelverbände (SHV).

In unzähligen Gesprächen mit politischen Entscheidungsträgern, Kostenträgern und Partnern stellte Andrea Rädlein stets das Potenzial der Physiotherapie und der gesamten Heilmittelbranche in den Mittelpunkt ihrer Arbeit. Mit Beharrlichkeit, Fachkompetenz und strategischem Weitblick trug sie entscheidend dazu bei, die Position der Physiotherapie nachhaltig zu stärken – mit spürbaren Erfolgen für den Berufsstand.

Die große Wertschätzung für dieses Engagement wurde auf der Bundesdelegiertenkonferenz 2026 sichtbar: Der neu gewählte Vorstand und die Delegierten von Physio Deutschland verabschiedeten Andrea Rädlein mit langanhaltenden Standing Ovations – ein eindrucksvolles Zeichen des Dankes und der Anerkennung.

Mit einem persönlichen Statement verabschiedet sich Andrea Rädlein als Vorsitzende von Physio Deutschland – jedoch keineswegs als Verfechterin der Weiterentwicklung der Physiotherapie in Deutschland.

„Liebe Kolleginnen und Kollegen,

nach 19 Jahren Vorstandsarbeit und fast 12 Jahren als Bundesvorsitzende von Physio Deutschland, bin ich auf eigenen Wunsch hin nicht mehr zur Wahl angetreten. Ich freue mich, dass sich in diesem Jahr gleich drei Kollegen auf die Ämter beworben haben, die bereit sind die politische Verantwortung des Verbandes zu übernehmen, sodass ich nun Platz machen kann für neue Impulse. Es war mir immer eine Freude für den Verband als Vertreterin der Physiotherapie einzustehen und unsere Vorstellungen im Hinblick auf eine gute Patientenversorgung einzufordern.

Ich glaube, dass uns in den letzten Jahren eine deutliche Verbesserung der wirtschaftlichen Situation gelungen ist und wir auch mit neuen Versorgungen wie der Blankoverordnung die Autonomie der Physiotherapeuten stärken und damit die Patientenversorgung maßgeblich verbessern werden. Wir sind nicht am Ende unserer Ziele und es wird auch unter den politisch aktuellen Veränderungen ein hartes Stück Arbeit unsere Positionen zu halten.

Ich bedanke mich daher bei allen Mitstreitern, Unterstützern und Kollegen, die uns den „Rücken gestärkt“ haben in Zeiten, wo alle Veränderungen fordern, aber nicht alle bereit sind sich dafür aktiv zu beteiligen. Um politische Veränderungen voranzubringen, ist möglichst viel Rückenwind aus der Branche erforderlich. Deshalb appelliere ich noch einmal an alle Kolleg*innen, die noch keinem Verband angehören, sich hier einzubringen. Ich werde jedenfalls nicht müde und werde weiterhin alle berufspolitischen Aktivitäten unterstützen.

Auf Wiedersehen!

Eure Andrea Rädlein“