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16.04.2026 – Regionalverband Baden-Württemberg

5‑Ländertreffen: Schon etwas her – aber immer noch brandaktuell

Bereits im März 2026 trafen sich die fünf deutschsprachigen Physiotherapieverbände Europas zu einem gemeinsamen Meeting in Wien. Für Physio Deutschland nahmen Andrea Rädlein sowie Dr. Minettchen Herchenröder, Generalsekretärin von Physio Deutschland, an dem Treffen teil.

An zwei intensiven Tagen berieten Vertreterinnen aus Österreich, der Schweiz, Liechtenstein, Luxemburg und Deutschland über die drängendsten berufspolitischen Fragen der Physiotherapie in ihren jeweiligen Ländern. Dabei wurden zahlreiche Parallelen, aber auch länderspezifische Herausforderungen deutlich. Zu den zentralen Themen zählten die Weiterentwicklung der Versorgungsqualität für Patient*innen, der Direktzugang zur Physiotherapie, Kompetenzprofile in den einzelnen Ländern sowie Fragen der Spezialisierung und Akademisierung.

Wie in den Vorjahren erarbeiten die europäischen Partner auch diesmal auf Grundlage des fachlichen Austauschs ein gemeinsames Grundsatzpapier. Dieses soll als Gesprächsgrundlage für den Dialog mit politischen Entscheidungsträgern in den einzelnen Ländern dienen.

„Es ist gut und wichtig, dass wir in berufspolitischen Fragen länderübergreifend argumentieren und so den Stellenwert der Physiotherapie über die eigenen Landesgrenzen hinaus aktiv weiterentwickeln“, betont Dr. Minettchen Herchenröder die Bedeutung der internationalen Arbeit von Physio Deutschland.

Die Gesundheitssysteme in allen europäischen Ländern stehen zunehmend unter Druck – und damit auch die Angehörigen der Gesundheitsberufe. Ressourcenknappheit und demografischer Wandel verschärfen die Situation zusätzlich. Gleichzeitig verfügt die Physiotherapie nachweislich über ein großes Potenzial, stärker zur Sicherung der Patient*innenversorgung beizutragen, als es derzeit in vielen Ländern möglich ist. Ansätze hierfür sind unter anderem mehr Therapieautonomie, der Direktzugang oder die Einbindung von Physiotherapeut*innen als Gesundheitslotsen, die die Versorgung im Rahmen eines Primärversorgungssystems mitsteuern. Die Teilnehmenden waren sich einig, dass so Unter- und Fehlversorgung wirksam entgegengewirkt werden könnte – vorausgesetzt, die entsprechenden politischen Rahmenbedingungen werden geschaffen.

Mit zahlreichen Arbeitsaufträgen im Gepäck kehrten die Vertreter*innen nach zwei intensiven und gelungenen Tagen in ihre Heimatländer zurück. Im Fokus steht nun die Erarbeitung des gemeinsamen politischen Positionspapiers für 2026. Auch im kommenden Jahr ist wieder ein Treffen der fünf deutschsprachigen Physiotherapieverbände der Europäischen Union geplant.