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14.07.2016 – Bundesverband

Arbeitsgemeinschaften stellen sich vor – Teil 2: AG Elektrotherapie

Seit mehr als 50 Jahren gibt es Arbeitsgemeinschaften im Deutschen Verband für Physiotherapie – aktuell sind es 14. Im zweiten Teil unserer Serie stellen wir heute die Arbeitsgemeinschaft Elektrotherapie vor. Unsere Pressereferentin Ute Merz sprach dazu mit Frank-Peter Bossert, dem Leiter der Arbeitsgemeinschaft Elektrotherapie.
Die inhaltliche Arbeit der Arbeitsgemeinschaften findet in Treffen, auf Fortbildungen, auf eigenen Veranstaltungen und auch durch die Beteiligung an Fachkongressen in Deutschland und im Ausland statt. Im Mittelpunkt stehen dabei der Austausch mit Kollegen, die fachliche Weiterentwicklung und vor allem das Ziel, die Physiotherapie auch gegenüber Ärzten und anderen Berufsgruppen präsenter zu machen. Wer tut was, wie und seit wann? Diese und weitere Fragen möchten wir mit Portraits über die einzelnen Arbeitsgemeinschaften und deren Aktivitäten beantworten. Wir zeigen, was gemacht wird, wo Engagement möglich ist und wie vielfältig das fachliche Spektrum ist.

AG Elektrotherapie: interdisziplinäre Vernetzung und Austausch zu Therapieoptionen

Die Arbeitsgemeinschaft Elektrotherapie im Deutschen Verband für Physiotherapie besteht seit 1991. Zweimal jährlich beraten die Mitglieder im Rahmen einer Fachtagung zu unterschiedlichen Themen aus dem Fachgebiet der Elektrotherapie. Dazu zählen beispielweise aber auch Randgebiete wie Stoßwellentherapie und Deep Oscillation. Darüber hinaus gibt es auch regionale Veranstaltungen beispielsweise in Berlin mit Industriemitgliedern. Die Arbeitsgemeinschaft deckt aufgrund der hohen Expertise ihrer Mitglieder und dem fachlich weitreichenden Netzwerk sowohl den orthopädischen, neurologischen, postoperativen als auch den Einsatz bei Funktionsstörungen im kleinen Becken ab. Ein besonderer Schwerpunkt ist die Behandlung von peripheren Paresen sowie die EMG-getriggerte Elektrostimulation. Seit einigen Jahren besteht eine enge Zusammenarbeit mit dem Präsidenten der Deutschen Gesellschaft für Elektrostimulation und Elektrotherapie (GESET e.V.), Prof. Dr. med. Thomas Mokrusch.

Blick hinter die Kulissen – im Gespräch mit Frank-Peter Bossert

Lieber Herr Bossert, was war Ihr persönliches Highlight als Leiter der Arbeitsgemeinschaft Elektrotherapie? Hier kommen mir zwei Dinge in den Sinn. Zum einen war es ein ganz besonderes Ereignis, als die Mitglieder der AG den "Papst" der Elektrotherapie, Prof. Herbert Edel, persönlich kennenlernen konnten. Zum zweiten sind Kongresse für mich immer sehr besondere Erlebnisse. Als AG haben wir bislang fünf Kongresse selbst veranstaltet. Den letzten im Februar  2016 in Leipzig. Auch die gemeinsamen Kongresse mit der Deutschen Gesellschaft für Elektrostimulation und Elektrotherapie sind stets etwas Besonderes. Wir wirken dort als Referenten aktiv mit und haben als Therapeuten einen hohen Stellenwert. Was bietet Ihre AG interessierten Kolleginnen und Kollegen? Wir sind Ansprechpartner für alle an Elektrotherapie und Elektrostimulation interessierten Kolleginnen und Kollegen. Diese können sich mit allen Fragen an uns wenden. Das gilt für den stationären Bereich genauso wie für Therapeuten in Praxen. Ein besonderes Angebot unserer AG sind die Inhouse-Schulungen, die von vielen Kolleginnen und Kollegen gerne angenommen werden. Um was genau geht es dabei? Unter dem Motto "Aus der Praxis – für die Praxis" bieten wir Schulungen in den Räumen der Kolleginnen und Kollegen an. Das hat viele Vorteile. Neben der individuellen Terminvereinbarung, kann die Schulung auf die vorhandenen Patienten abgestimmt werden. Außerdem können die Teilnehmer mit den vertrauten Geräten vor Ort arbeiten. Alternativ bringen wir bei Bedarf aber auch Geräte kostenlos mit zur Schulung. Für die Kollegen entstehen keine Reise- und Übernachtungskosten, da wir als Referenten zu ihnen kommen. Wie können Interessierte am besten Kontakt mit Ihnen aufnehmen? Am besten per E-Mail. Einfach an ag-elektrotherapie(at)physio-deutschland.de schreiben und wir melden uns dann schnellstmöglich zurück. Was ist Ihnen als Leiter der AG am Wichtigsten? Aus meiner Sicht werden die Möglichkeiten der Elektrotherapie in der Therapeutenszene häufig unterschätzt oder sind nicht ausreichend bekannt. Im ärztlichen Bereich sieht das anders aus. Das zeigt sich auch bei unserer Netzwerkarbeit in Deutschland und international. Wir pflegen einen regen Austausch mit Fachgesellschaften, Ärzten und Physiotherapeuten. Dabei geht es auch manchmal um Diagnosen, bei denen viele nicht im ersten Anlauf an eine Elektrotherapie denken wie zum Beispiel bei einer Kieferfunktionsstörung. Gibt es etwas, was Sie den in Ihrem Bereich tätigen Kolleginnen und Kollegen mit auf den Weg geben möchten? Uns geht es in der AG um den effektiven Einsatz der Elektrotherapie und dem präzisen Arbeiten am Patienten. Das ist heutzutage weit mehr als nur das einfache Anlegen von Elektroden und hochdrehen bis es kribbelt. Auch die Elektrotherapie braucht eine differenzialdiagnostische Herangehensweise und einen gezielten Therapieaufbau, der dann im Rahmen von Clinical Reasoning entsprechend geprüft und angepasst wird. Eins noch: Ich wünsche mir, dass die Elektrotherapie nicht nur monetär, sondern in erster Linie therapeutisch zur Anwendung kommt. Sehr geehrter Herr Bossert, vielen Dank für das Gespräch und die Eindrücke aus Ihrer Arbeitsgemeinschaft. Ich wünsche der Arbeitsgemeinschaft Elektrotherapie im Deutschen Verband für Physiotherapie weiterhin viel Erfolg, viele interessierte Kollegen und freue mich auf die weitere Zusammenarbeit mit Ihnen.