Austausch mit MdB Ates Gürpinar zum GKV-Beitragsstabilisierungsgesetz

Vergangenen Mittwoch hatte Yvette van Remmen, Vorstandsmitglied im RV Bayern von Physio Deutschland, Gelegenheit, sich ausführlich mit MdB Ates Gürpinar (Die Linke) auszutauschen. Im Mittelpunkt der Gespräche standen die geplanten Maßnahmen im Rahmen des GKV-Beitragsstabilisierungsgesetzes. Schnell war man sich darüber einig, dass die aktuellen Probleme langfristig nicht mit Kürzungen bei der Vergütung zu bewältigen sind, sondern dass grundsätzliche Veränderungen am System nötig sind. Van Remmen legte anschaulich dar, welche Chancen dabei in der Novellierung des Berufsgesetzes und einer Akademisierung der Ausbildung liegen, insbesondere in Bezug auf Evidenz und Effizienz der Behandlungsmethoden.
Auch die Blankoverordnung hat großes Potential für die zukünftige Versorgung. Der Gesetzgeber hat ganz bewusst für diese neue Versorgungsform einen Betrachtungszeitraum bis 2028 vorgesehen. Jetzt, vor Abschluss dieser Prüfung, zentrale Bestandteil der Vergütung zu streichen, kann sachlich nicht gerechtfertigt werden. Van Remmen machte außerdem deutlich, dass den Berufsverbänden selbstverständlich die Notwendigkeit von Reformen klar ist und dass man bereit ist, konstruktiv an einer Systemänderung mitzuarbeiten, eine mögliche Wiedereinführung der Grundlohnsummenbindung bei den Verhandlungen aber mit großer Sorge betrachte, insbesondere in Bezug auf den Fachkräftemangel.
Da das Treffen an der TH Rosenheim stattfand, konnte sich Ates Gürpinar direkt ein Bild davon machen, wie eine akademische Ausbildung in der Physiotherapie funktionieren kann. Die Studiengangsleiterin Prof. Dr. Sabine Ittlinger nahm sich persönlich Zeit für eine Führung durch die Räume und erläuterte die Besonderheiten des Studiengangs und anstehende Projekte wie die Einrichtung einer Hochschul-Ambulanz, um die praktische physiotherapeutische Ausbildung direkt vor Ort zu ermöglichen. Auch die Professorinnen Dr. Petra Bauer, Dr. Hanna Brandt und Melina Zaglacher begleiteten die Führung und standen für die Fragen des Abgeordneten zur Verfügung, genau wie später auch der Dekan der Fakultät Gesundheitswissenschaften, Prof. Dr. Thomas Hammerschmidt.