Digitalisierung der Physiotherapie aktiv mitgestalten

Gemeinsam mit weiteren Heilmittelverbänden und dem Verband für digitale Standards im Heilmittelbereich (VdSH) bringt sich Physio Deutschland deshalb aktiv in die fachliche Ausgestaltung der digitalen Transformation im Heilmittelbereich bei der GEMATIK ein. Dabei fließen Erfahrungen aus der Versorgungspraxis ebenso ein wie technische und digitale Expertise.
Praxistauglichkeit entscheidet
Digitale Prozesse schaffen nur dann einen echten Mehrwert, wenn sie sich an den tatsächlichen Abläufen in den Praxen orientieren. Es reicht deshalb nicht aus, bestehende analoge Verfahren lediglich digital abzubilden. Vielmehr müssen Prozesse neu gedacht, Schnittstellen sinnvoll gestaltet und unnötige bürokratische Schritte vermieden werden, damit Absetzungen durch formelle Fehler auf Verordnungen der Vergangenheit angehören.
Dafür braucht es die enge Zusammenarbeit aller Beteiligten! Verbände, gematik, Softwareanbieter, Abrechnungsunternehmen, technische Dienstleister und weitere Institutionen müssen ihre unterschiedlichen Perspektiven und Kompetenzen frühzeitig zusammenbringen. Die Mitarbeitenden und Expert*innen auf der Arbeitsebene leisten dabei einen wesentlichen Beitrag: Sie identifizieren konkrete Herausforderungen, formulieren Anforderungen aus der Versorgungspraxis und entwickeln gemeinsam tragfähige Lösungen.
„Praxistaugliche Lösungen fallen nicht vom Himmel. Ein einfacher Transfer des analogen Verordnungsprozesses ins Digitale ist für uns keine Option. Entscheidend ist, dass wir die Prozesse gemeinsam so gestalten, damit zukünftig Fehler und Absetzungen vermieden und bürokratische Arbeiten in den Praxen tatsächlich reduziert werden. Dafür brauchen wir die Expertise der Verbände ebenso wie die der gematik und aller weiteren Beteiligten“, betont Marc Zeller, Vorstand von Physio Deutschland.
Ausgestaltung der eVerordnung läuft
Ein zentraler Baustein der Digitalisierung ist die elektronische Verordnung. Nach der derzeitigen gesetzlichen Planung soll die eVerordnung voraussichtlich ab Mitte 2029 auch in der Physiotherapie zum Einsatz kommen. Die gematik arbeitet aktuell mit allen beteiligten Organisationen an der Ausgestaltung der dafür notwendigen digitalen Prozesse.
Physio Deutschland begleitet diesen Prozess weiterhin aktiv und bringt die Perspektive der Physiotherapeut*innen ein. Ziel sind interoperable, anwenderfreundliche und praxistaugliche Lösungen, die nicht zusätzliche Bürokratie schaffen, sondern den Arbeitsalltag tatsächlich erleichtern.
Denn für Physio Deutschland steht fest: Digitalisierung ist kein Selbstzweck. Sie muss sich daran messen lassen, ob sie die Versorgung verbessert und Physiotherapeut*innen mehr Zeit für das Wesentliche gibt – die Versorgung der Patient*innen.