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Die elektronische Gesundheitskarte wird ab April in acht Testregionen auf Bits und Bytes geprüft. Ulla Schmidt erwartet sich über die Karte mehr Qualität, Sicherheit und Transparenz der medizinischen Versorgung. Kritiker bemängeln fehlende Kosten-Nutzen-Analysen und die Sicherheit der vernetzten Patientendaten. Eine Emnid-Umfrage vom April vergangenen Jahres bestätigte, dass bei den Ärzten die Bedenken gegen die Gesundheitskarte überwiegen. Bedenken gab es vor allem bei der Frage, ob und wie sich diese Gesundheitskarte nahtlos in den Praxisalltag einfügen werde. Während nun die ersten Anwendungsszenarien bei der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) durchgetestet werden, fühlen sich die Ärzte in einigen Modellregionen in ihrer Rolle als Beta-Tester nicht wohl. Zum Teil heftige Kritik wird etwa aus der Testregion Essen gemeldet, für die die Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein derzeit Testteilnehmer sucht. Nach Meinung von niedergelassenen Ärzte sind die Verträge zum Beta-Test unzureichend und vage formuliert, wenn es unter anderem heißt:
  • \"Der Praxisinhaber erklärt sich bereit, die neu installierten Systeme anzuwenden und die erforderlichen Anpassungen der Abläufe in seiner Praxis vorzunehmen.\"
  • \"Der Praxisinhaber beteiligt sich aktiv an Maßnahmen der Patienteninformation über das Testvorhaben.\"
  • \"Der Praxisinhaber erklärt sich bereit, an Evaluationsmaßnahmen, wie z. B. Befragungen, aktiv teilzunehmen bzw. diese zu unterstützen.\"
  • Besonders der Punkt \"erforderliche Anpassungsmaßnahmen\" beunruhigt dabei die Ärzte. Sie befürchten, dass sie auf den Kosten für die möglicherweise notwendige Umstellung der Praxis-Software sitzen bleiben. Auch die Mitarbeit an der Patienteninformation und der Prozessevaluation ist nach Ansicht der Ärzte ungenau formuliert. Kaum ein niedergelassener Arzt kann sich den Luxus leisten, seine Patienten ausführlich über die elektronische Gesundheitskarte zu informieren – in einer Viertelstunde kann sie wohl kaum erklärt werden. Für Unruhe sorgt auch die vage Formulierung zur Kostenerstattung für die Teilnahme am Modellprojekt durch die Gesundheitskarten-Projektgesellschaft gematik./heise.de/ZDF