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Eine stabile Demokratie braucht die gesellschaftliche Mitte und zu dieser gehören die Freien Berufe in ihren kleinteiligen Strukturen. Dies war das Fazit des Forum Afterwork des Verbandes Freier Berufe in Bayern (VFB) zum Thema „ Fremdbesitz bei den Freien Berufen“ – Gefährden Finanzinvestoren die Zukunft und Unabhängigkeit der Freien Berufe?“.

Fast 100 Gäste waren am 05. Oktober 2026 der Einladung des VFB in die Bayerische Architektenkammer gefolgt und konnten eine hochspannende Diskussion erleben. 

Die Freien Berufe mit ihren Grundwerten – Unabhängigkeit, Vertrauen, Qualität und persönliche Verantwortung – geraten zunehmend unter Druck. Fremdinvestoren, die ausschließlich Kapital einbringen und nur Renditeabsichten haben, versuchen wirtschaftlichen Einfluss zu gewinnen und die Freien Berufe vom Markt zu verdrängen. Bayerns Wirtschaftsminister Aiwanger bekannte sich in seiner KeyNote klar zu den Freien Berufen. „Never change a winning team“, bekräftigte Aiwanger und forderte von den Freien Berufen politisch noch lauter zu werden. „Es wäre unterlassene Hilfeleistung von Gesellschaft und Politik, wenn diese sich nicht hinter die Freien Berufe stellen“, so Aiwanger.

Peter Klotzki, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands der Freien Berufe, stellte in seiner Rede klar, dass die Freien Berufe nicht strikt Kapital heraushalten wollen, sondern vielmehr die Fremdsteuerung durch Investoren. Er spannte einen Bogen nach Berlin und bedauerte, dass dort die Denkschule herrsche, Deutschland müsse für Großinvestoren geöffnet werden.

Bei der sich anschließenden Podiumsdiskussion, die von VFB-Präsident Dr. Thomas Kuhn moderiert wurde, diskutierten Prof. Dr. Andreas Beivers (Experte für Gesundheitsökonomie der Hochschule Fresenius München), Peter Klotzki (Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands der Freien Berufe), Dr. Gerald Quitterer (Präsident der Bay. Landesärztekammer), Dr. Rüdiger Schott (Vorstand der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Bayerns) und Peter Nöscher (Vizepräsident der Steuerberaterkammer München) darüber, ob Finanzinvestoren die Zukunft und Unabhängigkeit der Freien Berufe gefährden.

Prof. Dr. Beivers warf die provokante Frage auf, ob es gutes und schlechtes Kapital gebe. Als ein Land im Wettbewerb müsse Deutschland auch froh sein, wenn im Land investiert werde. Es sei eine grundsätzliche Frage, wie mit ausländischen Investitionen in kritische, vulnerable Infrastruktur umgegangen werden soll. Dazu brauche es eine gesellschaftspolitische Debatte. Dass es beschränkender Rahmenbedingungen wie ein Haftungsprinzip, Datentransparenz, eine Haltefrist für Investitionen sowie Versteuerung in Deutschland braucht, darin waren sich alle Diskutanten einig.

Möglichkeiten, wie man investorengesteuerte Medizinische Versorgungszentren (iMVZs) regulieren kann, hätten die Berufsvertretungen von Ärzte- und Zahnärzteschaft seit Jahren aufgezeigt – nur sei von der Politik nichts umgesetzt worden, kritisierten Präsident Dr. Quitterer und Vorstand Dr. Schott.     

Regulierungen seien aber zwingend nötig – iMVZs hätten primär Renditeerwartung. Dazu würde Cherrypicking betrieben und damit wenig lukrative Leistungen wie Nacht- und Notdienst den niedergelassenen, freiberuflichen Ärzten überlassen. Dies gefährde die niedergelassenen freiberuflichen Strukturen und gehe letztlich zu Lasten der Patienten.  

Vizepräsident Nöscher wies darauf hin, dass die Nachfolge im Blick behalten werden müsse. Dazu dürfe nicht alles schlecht geredet werden um der jungen Generation an Freiberuflern nicht den Mut zur Gründung zu nehmen. Um diese Herausforderungen anzugehen, brauche es Geschlossenheit der Freien Berufe nach innen und nach außen Allianzen mit anderen mittelständischen Organisationen – darin waren sich alle Teilnehmer einig.  

Es zeigten sich im Laufe des Abends gute Ansätze den Herausforderungen zu begegnen, jetzt heißt es diese mit Nachdruck und Geschlossenheit zu verfolgen!