HELPER-Studie veröffentlicht – Ergebnisse untermauern berufspolitische Forderungen von Physio Deutschland

Unter anderem identifiziert die Studie klar, dass in naher Zukunft ein erheblicher Teil der qualifizierten Fachkräfte wegfallen wird, was die bereits bestehenden Engpässe im Gesundheitswesen weiter verschärfen wird. Zudem bedeutet der demografische Wandel eine zunehmende Nachfrage nach Gesundheits- und Therapieleistungen. Hier beschreiben die Autoren der Studie unter anderem, dass mehr junge Menschen für den Beruf gewonnen werden müssen und dass eine Akademisierung der Gesundheitsfachberufe ein wichtiger Aspekt sei, um die Attraktivität zu steigern. Auch die Verbesserung der Arbeitsbedingungen, etwa durch eine angemessene Vergütung und Karriereperspektiven, spiele eine wesentliche Rolle, um die Abwanderung von Fachkräften in den Ruhestand zu verzögern und die berufliche Zufriedenheit zu steigern. Eine weitere Möglichkeit, Engpässe zu kompensieren, sei die gezielte Anwerbung internationaler Fachkräfte. Dafür sei es notwendig, die Anerkennung ausländischer Abschlüsse und Qualifikationen zu erleichtern und die Integration internationaler Fachkräfte systematisch zu verbessern.
Auch das Vorantreiben eines Direktzugangs zur Physiotherapie wird von den Autoren der Studie ausdrücklich empfohlen. Diese Entwicklung stünde im Einklang mit der wachsenden Forderung nach einer stärkeren Professionalisierung und Akademisierung. In der Praxis bedeute dies eine stärkere Autonomie und eine Reduzierung der Abhängigkeit von ärztlichen Verordnungen, was zu einer flexibleren und schnelleren Patientenversorgung führen könnte.
Der vollständige Abschlussbericht der HELPER-Studie ist über folgendem Link verfügbar:
Der Vorstand des Regionalverbands Bayern von Physio Deutschland hat seine Fragen und Anmerkungen zum Aufbau und den Ergebnissen der Studie bereits an die Autoren weitergegeben. Diese sollen bei einer möglichen Fortsetzung des Projektes berücksichtigt werden.