Deutsche Forscher haben den für Migräne verantwortlichen Schlüssel im Erbgut entdeckt. Ärzte der Universität Bonn und der Kieler Schmerzklinik teilten mit, dass sie erstmals bei Patienten mit den am weitesten verbreiteten Migräneformen spezifische Veränderungen im menschlichen Erbgut auf Chromosom 1 fanden.
Die Veränderungen stören laut Mitteilung die Erregbarkeit der Nervenzellen. Bei zu schneller oder zu lang andauernder Überlastung kann es zu einem Zusammenbruch der Energieversorgung der Nerven kommen. Die Folge: Die Steuerung der Nervenfunktion entgleist. Schmerzauslösende Botenstoffe werden dann von den Nervenzellen ungehindert freigesetzt und verursachen die hämmernden Migräne-Kopfschmerzen.
Bisher seien nur Erbgutveränderungen für extrem seltene Migräne- Unterformen bekannt gewesen, sagte ein AOK-Sprecher. Die Migräne mit Aura, bei der den Kopfschmerzen oft charakteristische Sehstörungen vorausgehen, und Migräne ohne Aura sind den Angaben zufolge für mehr als 99 Prozent aller Migräne-Attacken verantwortlich. Die neuen Forschungsergebnisse könnten künftig Diagnose und Behandlung verbessern. Nach Zahlen der AOK leiden rund 14 Millionen Menschen in Deutschland an Migräne.