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05.05.2026 – Bundesverband

Welt-Asthma-Tag 2026: Warum Atemphysiotherapie ein unverzichtbarer Baustein in der Asthmaversorgung ist

Asthma betrifft weltweit mehr als 260 Millionen Menschen – viele von ihnen leben trotz moderner Medikamente mit Verunsicherung, Einschränkungen im Alltag und Angst vor der nächsten Atemnot. Zum Welt-Asthma-Tag 2026 rückt die Global Initiative for Asthma (GINA) den Zugang zu wirksamer Therapie in den Fokus. Physio Deutschland ergänzt diese Perspektive um einen entscheidenden Aspekt: Atemphysiotherapie stärkt Menschen mit Asthma darin, ihre Erkrankung aktiv zu bewältigen – im Alltag, in Belastungssituationen und im eigenen Körpergefühl.

Asthma ist mehr als ein fehlender Atemzug

Husten, pfeifende Atmung, Engegefühl in der Brust oder plötzlich auftretende Luftnot gehören zu den typischen Symptomen von Asthma bronchiale. Atemnot ist hierbei nicht nur ein physiologisches, sondern auch ein emotionales Stressereignis. Angst, Unsicherheit und fehlende Atemkontrolle können die Beschwerden zusätzlich verstärken. Hier setzt Atemphysiotherapie an – als ergänzende, evidenzbasierte Maßnahme zur medikamentösen Therapie, wie sie auch die aktuellen GINA-Empfehlungen (Quellen unten aufgeführt) betonen. Ziel ist es, Atmung verständlich, kontrollierbar und handhabbar zu machen. Viele Patientinnen und Patienten nehmen ihre eigene Atmung kaum bewusst wahr. In einer akuten Asthmasituation kann das verunsichern und Angst auslösen – und genau diese Angst kann wiederum die Atemnot verstärken.

   

Selbstwirksamkeit statt Ohnmacht

Atemphysiotherapie vermittelt konkrete Strategien für den Umgang mit Atemnot – nicht abstrakt, sondern praxis- und einfach alltagsnah. Dazu gehören bewährte Techniken wie die Lippenbremse, atemerleichternde Positionen wie der Kutschersitz, aber auch Schulung der Körperwahrnehmung, Atemrhythmuskontrolle und dosierte Bewegung.

Diese Maßnahmen wirken nicht isoliert, sondern im Zusammenspiel mit ärztlicher Diagnostik und medikamentöser Therapie – ganz im Sinne eines interdisziplinären Asthmamanagements. Das Ziel: Menschen mit Asthma handlungsfähig zu machen. Wenn Patient*innen wissen, was im Körper passiert und wie er oder sie aktiv reagieren kann, erleben sie mehr Sicherheit – und damit mehr Lebensqualität.

   

Aktuelle Leitlinien, praxisnah umgesetzt

Physio Deutschland engagiert sich seit vielen Jahren für die Umsetzung evidenzbasierter Empfehlungen in der physiotherapeutischen Praxis. Mit verschiedenen Projekten werden Inhalte aus Leitlinien – etwa der Nationalen Versorgungsleitlinie Asthma oder den GINA-Empfehlungen – in verständliche, praxistaugliche sowie patient*innenfreundliche Materialien übersetzt. Atemphysiotherapie ist dabei kein Nischenangebot, sondern fester Bestandteil moderner Versorgung: in Prävention, Akuttherapie, Rehabilitation und langfristiger Begleitung – bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen.

   

Asthma ganzheitlich denken

Der Welt-Asthma-Tag 2026 (5. Mai 2026) macht deutlich: Gute Asthmaversorgung braucht mehr als Zugang zu Medikamenten. Sie braucht Aufklärung, Transparenz, Begleitung und Kompetenzen, die Menschen befähigen, mit ihrer Erkrankung selbstbestimmt zu leben. Physio Deutschland fordert deshalb, Atemphysiotherapie als festen Bestandteil der interdisziplinären Asthmaversorgung mitzudenken – im ambulanten Bereich ebenso wie in Klinik und Rehabilitation.

   

Wissenswertes zu Asthma

  • Asthma bronchiale ist eine chronische, entzündliche Erkrankung der Atemwege. Sie führt zu zeitweise verengten Bronchien und erschwertem Atmen.
  • Asthma verläuft individuell sehr unterschiedlich. Die Beschwerden können leicht oder schwer sein, phasenweise auftreten oder dauerhaft bestehen.
  • Auslöser (Trigger) können körperliche Belastung, Allergene (z. B. Pollen, Hausstaub), Infekte, kalte Luft, Stress oder Luftschadstoffe sein.
  • Atemphysiotherapie ergänzt die medikamentöse Behandlung: Sie vermittelt atemerleichternde Techniken, verbessert die Körper‑ und Atemwahrnehmung und stärkt die Selbstwirksamkeit im Alltag.
  • Gut informiert lebt es sich etwas leichter mit Asthma. Denn Wissen über Auslöser, Symptome und Selbsthilfestrategien verbessert die Lebensqualität nachweislich. Denn Atemtechniken, Bewegungstherapie und gezielte Schulung können helfen, Atemnot besser zu kontrollieren und Angst zu reduzieren.
  • Ruhiges Ausatmen ist oft wichtiger als tiefes Einatmen. Denn eine verlängerte Ausatmung – zum Beispiel mit der Lippenbremse – kann die Atemwege entlasten und akute Atemnot lindern.

   

Quellen zum Nachlesen

GINA – World Asthma Day 2026; Webseite: https://ginasthma.org/world-asthma-day-2026/

GINA Strategy Report 2025; Webseite: https://ginasthma.org/2025-gina-strategy-report/

GINA Zusammenfassung 2025 (PDF); https://ginasthma.org/wp-content/uploads/2025/11/GINA-Summary-Guide-2025-WEB_FINAL-WMS.pdf

Deutsche Atemwegsliga e. V. – Asthma; Webseite: https://www.atemwegsliga.de/asthma.html

Robert Koch-Institut (RKI) – Asthma; Webseite: https://www.rki.de

Deutscher Allergie- und Asthmabund e.V.; Webseite: daab.de

Arbeitsgemeinschaft Asthmaschulung im Kindes- und Jugendalter e.V.; Webseite: AG Asthmaschulung »