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14.09.2026 – Regionalverband Nordost

Physio Deutschland bei der Berliner Sterndemo: sichtbar für soziale Teilhabe und eine starke Gesundheitsversorgung

Unter dem Motto „Zeit, dass sich was dreht!“ gingen am 12. September in Berlin Zehntausende Menschen für gesellschaftlichen Zusammenhalt, soziale Gerechtigkeit und eine zukunftsfähige Stadt auf die Straße. Auch Physio Deutschland war durch den Regionalverband Nordost vertreten.

Zu der Sterndemonstration hatte ein breites Bündnis aus fast 100 Organisationen, Initiativen und Gewerkschaften aufgerufen. Sieben Demonstrationszüge machten dabei die Vielfalt der beteiligten Zivilgesellschaft sichtbar. Die Anliegen reichten von sozialer Teilhabe und gerechten Lebensbedingungen über Klima- und Verkehrspolitik bis zum Einsatz gegen Diskriminierung, Rechtsextremismus und für den Erhalt einer offenen demokratischen Gesellschaft.

Wir schlossen uns am Brandenburger Tor dem Demonstrationszug „Soziale Teilhabe für alle – gegen den Sozialkahlschlag“ an. Von dort ging es gemeinsam in Richtung Rotes Rathaus, wo die verschiedenen Demonstrationszüge zur Abschlusskundgebung zusammenkamen. Schon kurz nach unserer Ankunft zeigte sich, wie wichtig es war, dass die Physiotherapie an diesem Tag sichtbar vertreten war. Eine Frau im Rollstuhl kam auf uns zu und freute sich ausdrücklich darüber, Physio Deutschland unter den teilnehmenden Organisationen zu sehen.

Später berichtete sie über die Lautsprecher eindrücklich von den Barrieren, denen Menschen mit Behinderungen im Alltag begegnen. Sie sprach unter anderem über fehlende Barrierefreiheit und sexuelle Übergriffe auf Frauen mit Bewegungseinschränkungen. Auch die Situation von Menschen in Werkstätten für Menschen mit Behinderungen thematisierte sie. Nach ihren Schilderungen erhielten Betroffene dort teilweise nicht mehr als zwei Euro pro Stunde. Der Übergang aus den Werkstätten in den regulären Arbeitsmarkt sei für viele Menschen zudem kaum zu schaffen.

Diese Begegnung machte unmittelbar deutlich, wie eng Fragen der sozialen Teilhabe mit Gesundheit, Selbstständigkeit und Lebensqualität verbunden sind und damit auch mit Themen, die uns als Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten täglich begegnen.

Während der Demonstration entstanden zahlreiche weitere Gespräche. Vertreterinnen und Vertreter verschiedener Netzwerke, unter anderem aus der Krebsnachsorge, kamen auf uns zu und erkundigten sich nach Möglichkeiten einer zukünftigen Zusammenarbeit. Neben Physio Deutschland waren weitere Gesundheits- und Heilberufe vertreten, darunter Kolleginnen und Kollegen des Deutschen Verbandes Ergotherapie (DVE), Ärztinnen und Ärzte, Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten, Hebammen sowie Pflegekräfte.

Aus der Pflege wurden insbesondere die schwierigen Arbeitsbedingungen, unter anderem an der Berliner Charité und der Umgang mit Tarifverträgen thematisiert. Auch ver.di war stark vertreten und machte immer wieder auf die Bedeutung gewerkschaftlicher Organisation und guter Arbeitsbedingungen aufmerksam.

Besonders gefreut hat uns die unmittelbare Resonanz auf unsere Teilnahme. Während des Demonstrationszuges kamen mehrfach Menschen auf uns zu und sagten ganz direkt: „Das ist ja toll, dass Physio Deutschland hier präsent ist!“

Der Demonstrationszug „Soziale Teilhabe für alle“ vereinte ein bemerkenswert breites Spektrum an Themen. Es ging um Arbeitsbedingungen und angemessene Löhne, steigende Mieten und Kürzungen in der sozialen Daseinsvorsorge ebenso wie um Inklusion, Barrierefreiheit, wachsende soziale Ungleichheit und den gesellschaftlichen Rechtsruck.

Bei aller Unterschiedlichkeit der einzelnen Anliegen wurde deutlich, was sie miteinander verbindet: die Forderung nach gesellschaftlicher Teilhabe, sozialer Sicherheit und einer Daseinsvorsorge, die allen Menschen zugutekommt.

Kurz vor dem Roten Rathaus traf unser Demonstrationszug schließlich auf die anderen Routen der Sterndemo. Nach Angaben der Polizei beteiligten sich insgesamt rund 18.000 Menschen, die Veranstalter sprachen von etwa 32.000 Teilnehmenden. Trotz der Größe der Veranstaltung verlief die Demonstration friedlich.

Unser Fazit

Es war wichtig und richtig, dass Physio Deutschland an diesem Tag sichtbar vertreten war. Denn Physiotherapie findet nicht losgelöst von gesellschaftlichen Rahmenbedingungen statt. Teilhabe und Barrierefreiheit, eine funktionierende soziale Infrastruktur, gute Arbeitsbedingungen und eine verlässliche Gesundheitsversorgung betreffen unsere Patientinnen und Patienten ebenso wie unsere Berufsgruppe.

Die vielen Gespräche und die positive Resonanz haben gezeigt, dass unsere Beteiligung wahrgenommen wurde. Gleichzeitig konnten wir neue Kontakte knüpfen und mögliche Kooperationen anstoßen. Gerade der Austausch mit anderen Gesundheitsberufen und sozialen Initiativen hat deutlich gemacht, wie viele gemeinsame Themen und Interessen es gibt.

Für uns war die Sterndemo deshalb nicht nur eine Gelegenheit, Haltung zu zeigen. Sie war auch eine Möglichkeit, Physiotherapie als wichtigen Bestandteil einer sozialen und gesundheitlichen Daseinsvorsorge sichtbar zu machen.