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Auswirkungen von Hitze

Aus dem vergangenen Jahr lernen und jetzt vorbereiten auf die möglichen Hitzewellen im Jahr 2026. Als Verband informieren wir über mögliche Maßnahmen und ermitteln auch 2026 wieder konkrete Auswirkungen auf Therapeut*innen und Patient*innen.

Save the date - Hitzeaktionstag 2026

Save the date - Hitzeaktionstag 2026

Am 11. Juni 2026 findet der vierte bundesweite Hitzeaktionstag statt. Physio Deutschland beteiligt sich von Anfang an an der gemeinsamen Aktion, die mit mehr als 50 Organisationen veranstaltet wird. In den Jahren 2024 und 2025 hat Physio Deutschland jeweils eine Erhebung zu den Auswirkungen von Hitze in der Physiotherapie durchgeführt. Die Ergebnisse aus dem Jahr 2025 fließen nun konkret in die Vorbereitungen auf die Hitzeperioden in diesem Jahr ein. Die Befragung von Physio Deutschland läuft auch 2026 wieder in den Monaten Juni, Juli und August - zur Teilnahme einfach direkt hier klicken. Gerne den Link auch an Kolleginnen und Kollegen weitergeben. 

Ergebnisse der Hitze-Umfrage 2025: erste Fortschritte erkennbar, weitere Maßnahmen erforderlich

An der bundesweiten Befragung von Physio Deutschland im Jahr 2025 nahmen 836 Physiotherapeut*innen teil – das entspricht einem Anstieg von 68 Prozent gegenüber 2024. Die Ergebnisse zeigen deutlich: Hitze ist kein Randthema mehr, sondern ein relevanter Belastungsfaktor mit spürbaren Auswirkungen auf Gesundheit, Arbeitsorganisation und Versorgungsqualität.

Bei den Rahmenbedingungen dominieren niedrigschwellige Maßnahmen. 85 Prozent der Einrichtungen stellen kostenloses Trinkwasser bereit, 67 Prozent nutzen Ventilatoren oder mobile Klimageräte. Eine fest installierte Klimatisierung bleibt jedoch die Ausnahme: Nur 14 Prozent der Praxen und zwei Prozent der Kliniken verfügen über klimatisierte Räume. Häufig basiert das Arbeiten in vermeintlich kühleren Bereichen auf baulichen Gegebenheiten wie Kellerräumen oder Altbauten statt auf gezielter Vorsorge. Erschwerend kommt hinzu, dass die Raumtemperatur in der Mehrheit der Einrichtungen nicht systematisch gemessen wird. Lediglich 41 Prozent verfügen über Thermometer oder Hygrometer – eine wichtige Grundlage für wirksamen Arbeitsschutz fehlt somit oft.

Die gesundheitlichen Folgen sind deutlich: Fast zwei Drittel der Befragten berichten über hitzebedingte Beschwerden während der Arbeit. Am häufigsten genannt werden Müdigkeit, Trägheit und Konzentrationsprobleme, gefolgt von Kopfschmerzen sowie geschwollenen Händen und Beinen. Diese Symptome beeinträchtigen nicht nur das persönliche Wohlbefinden, sondern auch die Leistungsfähigkeit und damit die Qualität der physiotherapeutischen Versorgung.

Trotz dieser Belastungen bleibt die Arbeitsorganisation meist unverändert. Zusätzliche Pausen bei Temperaturen über 30 Grad Celsius sind lediglich für 19 Prozent möglich. Für viele sind sie nicht erlaubt oder waren bislang „nie ein Thema“. Eng getaktete Terminpläne, wirtschaftlicher Druck und langfristige Vorausplanungen lassen kaum Spielraum für Anpassungen.

Positiv zu bewerten ist die Flüssigkeitsversorgung: In den meisten Einrichtungen können sowohl Therapeut*innen als auch Patient*innen ausreichend trinken, vielfach wird Wasser aktiv angeboten.

Besonders groß ist der Handlungsbedarf beim Thema Hitzeschutzstrukturen. Nur sieben Prozent der Befragten geben an, dass es einen Hitzeschutzplan oder eine verantwortliche Person gibt. Für die große Mehrheit ist Hitzeschutz bislang kein systematischer Bestandteil des Arbeitsschutzes. Entsprechend selten kann auch die Therapie an hohe Temperaturen angepasst werden.

Gleichzeitig zeigt sich eine hohe Bereitschaft zur Aufklärung von Patient*innen: Über 80 Prozent informieren regelmäßig oder gelegentlich über hitzebedingte Risiken, wünschen sich dafür jedoch Materialien, Zeit und eine angemessene Vergütung.

Ergebnisse der Hitze-Umfrage 2024: Auswirkungen deutlich, Maßnahmen ausbaufähig

An der Online-Umfrage in den Monaten August und September 2024 haben insgesamt 499 Kolleginnen und Kollegen teilgenommen. Die Teilnehmenden kamen aus allen Bundesländern. 89 Prozent arbeiten in einer Physiotherapiepraxis und 58 Prozent davon in Vollzeit. Die Auswirkungen der Hitze bei der Arbeit waren mehr als deutlich: 67 Prozent haben über vermehrte Müdigkeit berichtet, 48 Prozent über geschwollene Beine oder Hände und mehr als 42 Prozent über Kopfschmerzen. Mögliche Anpassungen oder Unterstützungsmöglichkeiten in Hitzeperioden seitens der Politik stecken aktuell eher noch in den Kinderschuhen. Zwar geben mit 94 Prozent an, dass sie ausreichend Wasser beziehungsweise Flüssigkeit während der Arbeit zu sich nehmen können. Allerdings gibt es bei 78 Prozent der Teilnehmenden noch keinen Hitzeschutzplan an der Arbeitsstätte. 70 Prozent sagen, dass Hitze bislang noch kein Thema war oder bislang keine Maßnahmen in Bezug auf Hitzeperioden angedacht/möglich sind.

Im Hinblick auf die Patient*innen und den Auswirkungen auf die Physiotherapie zeigen die Kolleginnen und Kollegen großes Verständnis und untermauern mit den Angaben die Notwendigkeit, die Auswirkungen von Hitze mit in die physiotherapeutische Aufklärung und Unterstützung einzubauen. So gaben 82 Prozent der Teilnehmenden an, dass sie ihre Patient*innen über mögliche Auswirkungen von Hitze auf die Gesundheit informieren. 76 Prozent weisen ihre Patient*innen beispielsweise darauf hin, wie wichtig es ist, ausreichend Flüssigkeit aufzunehmen – besonders bei anhaltender Hitze.

"Wir bedanken uns auf diesem Weg ganz herzlich bei allen Kolleginnen und Kollegen, die an der Befragung zu den Auswirkungen von Hitze in der Physiotherapie teilgenommen haben und wieder teilnehmen"
Dr. Minettchen Herchenröder
Generalsekretärin von Physio Deutschland

Mit der Befragung ermitteln wir als berufsständige Vertretung der Physiotherapeut*innen Informationen, auf deren Grundlage wir physiotherapiespezifische Informationen für alle Kolleginnen und Kollegen sowie für die Patient*innen zusammenstellen können. Gleichzeitig können wir unsere berufspolitischen Forderungen untermauern und erste Erkenntnisse aus der Physiotherapiebefragung „Hitze“ in den politischen Diskurs einbringen“, erklärt Minettchen Herchenröder, die Wichtigkeit, berufsspezifische Daten zum Thema Hitze zu erheben. Auch die wenigen negativen Rückmeldungen nehmen wir zur Kenntnis.

Vielfältige Aktivitäten in 2026

Der Hitzeaktionstag 2026 ist vorbereitet. Gemeinsam mit unseren Kooperationspartnern wie beispielsweise der Bundesärztekammer, Health for future und anderen Beteiligten haben wir das diesjährige Positionspapier konesentiert.

Als Physio Deutschland haben wir eine Folgebefragung innerhalb der Physiotherapiebranche gestartet, sodass auch in diesem Jahr aktuelle Zahlen zu den Auswirkungen von Hitze in der Physiotherapie vorliegen werden. Wer in den Monaten Juni, Juli und Ausgust 2026 daran teilnehmen möchte, gelangt hier direkt dorthin.

Aktuelle Informationen zum Hitzeaktionstag findet Ihr auch immer unter https://hitzeaktionstag.de/.

Als Mitglied in der Deutschen Allianz Klimawandel und Gesundheit (KLUG) verweisen wir auf die umfangreichen Informationsmaterialien rund um den Hitzeschutz.

Auf Hitze vorbereiten

Die Maßnahmen scheinen auf den ersten Blick banal, aber allzu oft finden die einfachsten Dinge im Alltag nur wenig Einzug. Deshalb fassen wir das Wichtigste hier zum Selbstschutz und für das Gespräch mit Patient*innen zusammen:

  • Auf Hitzewellen vorbereiten
  • Hitze meiden
  • Den Körper vor Hitze schützen
  • Ausreichend trinken und leichtes Essen zu sich nehmen
  • Hitze aussperren
  • Medikamenteneinnahme und Lagerung prüfen

Alle wichtigen Maßnahmen zum Selbstschutz und zum Schutz von anderen sind auf dem aktuellen Hitzeflyer von KLUG beschrieben – einfach hier klicken und den Flyer direkt herunterladen.

Wer diesen Flyer in seiner Praxis oder der Klinikambulanz nutzen möchte, kann diesen bei KLUG online bestellen – hier geht es direkt zur entsprechenden Bestellseite.

Spezielle Informationen für Beschäftigte im Gesundheitswesen

In Zusammenarbeit und dem Austausch von Berufsangehörigen im Gesundheitswesen ist ein Infoblatt entstanden, das Praxisinhaber*innen und leitenden Physiotherapeut*innen eine Hilfestellung bei der Aufklärung der Mitarbeitenden zum Selbstschutz bei Hitze bietet.

Auswirkungen von Hitze auf den Körper

Welche Auswirkungen hat Hitze auf den Körper und was ist dabei zu beachten? Wir informieren und bieten in Zusammenarbeit mit der Deutschen Allianz Klimawandel und Gesundheit (KLUG) ein Informationsplakat für die Praxis zum Herunterladen an. Denn: Hitze kann Auswirkungen auf das Gehirn, die Lunge, das Herz, die Nieren und auch während der Schwangerschaft haben. Mit dem Plakat möchten wir für mögliche Auswirkungen sensibilisieren und Risikogruppen proaktiv informieren.

Anzeichen für Hitzeerkrankungen

  • starke Kopfschmerzen
  • plötzliche Verwirrtheit
  • wiederholtes, heftiges Erbrechen
  • trockene, heiße Haut
  • Körpertemperatur über 40 Grad Celsius
  • Bewusstlosigkeit