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25.06.2026 – Regionalverband Hessen/Rheinland-Pfalz/Saarland

Anhaltende Hitzewelle: Gesundheitsrisiko, Belastung für Praxen – und wachsender Druck auf Arbeitswelt und Gesellschaft

Deutschland erlebt weiterhin eine Phase extremer Hitze. Die Auswirkungen sind deutlich spürbar – vor allem für die Gesundheit der Menschen, aber auch für die physiotherapeutische Versorgung, die Arbeitswelt allgemein und das gesellschaftliche Leben. Daten von WHO, Robert Koch-Institut und Umweltbundesamt zeigen: Hitze ist längst ein ernstes Gesundheitsrisiko – und wird weiter zunehmen. Wie stark sind die Belastungen in physiotherapeutischen Praxen und Kliniken? Wir wollen euch an unserer aktuellen bundesweiten Umfrage unter Physiotherapeut*innen erinnern. Hier erfahrt ihr mehr.

Physiotherapeutische Versorgung unter Hitzestress

Physiotherapeut*innen stehen bei Hitze vor besonderen Herausforderungen: Die Kombination aus körperlich anspruchsvoller Tätigkeit und hohen Raumtemperaturen führt zu einer deutlichen Mehrbelastung im Berufsalltag. Gleichzeitig verändern sich die Voraussetzungen auf der Seite der Patient*innen: Belastbarkeit und Leistungsfähigkeit sinken, Reaktionen auf Therapie fallen individueller und teilweise instabiler aus. Kreislaufprobleme können Behandlungen unterbrechen oder Anpassungen erforderlich machen. Hinzu kommt ein wachsender Bedarf: Denn Hitze verstärkt Beschwerden und verschlechtert chronische Krankheitsverläufe. „Damit steigt der Druck auf physiotherapeutische Einrichtungen, eine qualitativ hochwertige Versorgung auch unter erschwerten Bedingungen sicherzustellen“, sagt Dr. Minettchen Herchenröder, Generalsekretärin von Physio Deutschland.

   

Arbeitswelt im Wandel: Wenn Hitze krank macht

Die gesundheitlichen Auswirkungen der Hitze erfassen sämtliche Arbeitswelten. Denn hohe Temperaturen führen zu Leistungseinbußen, erhöhter Ermüdung und steigenden Krankheitsausfällen. Besonders betroffen sind Tätigkeiten mit körperlicher Belastung oder solche, die in nicht klimatisierten Innenräumen stattfinden – darunter eben viele Gesundheitsberufe. Damit wird Hitze zu einem relevanten Faktor für Arbeitsfähigkeit und wirtschaftliche Produktivität. Vor diesem Hintergrund gewinnen Diskussionen über Anpassungsmaßnahmen mehr an Bedeutung, etwa flexible Arbeitszeiten oder veränderte Tagesrhythmen („z. B. Einführung von „Siesta“-Zeiten). Zugleich wächst der Druck auf Politik und Unternehmen, den Hitzeschutz am Arbeitsplatz strukturell zu verbessern.

   

Jetzt mitmachen!

Wie erlebt ihr als Physiotherapeut*innen die Auswirkungen der Hitze in Praxen und Kliniken? Beteiligt euch gerne (wieder) an unserer bundesweiten Umfrage:

Hier anklicken!

Gemeinsam machen wir sichtbar, wie stark Hitze die Versorgung beeinflusst – und wo konkreter Handlungsbedarf besteht. Danke für eure Teilnahme!

   

Hitze als wachsende Gefahr für die Gesundheit

Die sehr hohen Temperaturen dieser Tage stellen eine erhebliche Belastung für den menschlichen Organismus dar. Hitze greift in die zentrale Thermoregulation ein: Der Körper versucht, seine Temperatur über Schwitzen und Kreislaufanpassung zu stabilisieren. Reichen diese Mechanismen nicht aus, drohen Erschöpfung, Dehydrierung, Kreislaufversagen oder ein Hitzschlag. Vor allem vulnerable Gruppen sind gefährdet. Ältere Menschen, chronisch Erkrankte und Kinder reagieren besonders empfindlich auf hohe Temperaturen. Gleichzeitig können bestehende Erkrankungen – etwa Herz-Kreislauf-, Atemwegs- oder Nierenleiden – durch Hitze deutlich verschärft werden. Die Dimension dieses Risikos ist erheblich: In Deutschland werden jährlich mehrere tausend hitzebedingte Todesfälle verzeichnet.  Auch auf europäischer Ebene zählt Hitze bereits zu den wichtigsten klimabedingten Gesundheitsrisiken – mit steigender Tendenz infolge des Klimawandels.

Ein häufig unterschätzter Aspekt ist der Umgang mit Medikamenten bei hohen Temperaturen. Viele Arzneimittel reagieren nämlich empfindlich auf Hitze: Ihre Wirkung kann sich verändern, Wirkstoffe können instabil werden oder Nebenwirkungen verstärken sich. Daher kommt der richtigen Lagerung eine zentrale Bedeutung zu. Fachliche Empfehlungen betonen, dass Medikamente grundsätzlich in möglichst kühlen und vor direkter Sonneneinstrahlung geschützten bzw. verschatteten Räumen aufbewahrt werden sollten, um die vorgesehenen Temperaturbereiche zuverlässig einzuhalten. Gerade für Patient*innen mit chronischen Erkrankungen kann dies entscheidend sein. Es empfiehlt sich, die individuelle Medikation während anhaltender Hitzeperioden regelmäßig zu überprüfen und bei Unsicherheiten ärztlichen Rat einzuholen.

   

Gesundheitliche Belastungen im Alltag – steigender Versorgungsdruck

Hitze wirkt sich nicht nur akut aus, sondern verändert auch den Alltag von Patient*innen. Schlafmangel durch tropische Nächte, verminderte Belastbarkeit und anhaltende Kreislaufprobleme können die Bewältigung chronischer Erkrankungen erheblich erschweren. In urbanen Räumen (in Städten) verstärkt sich die Situation zusätzlich durch sogenannte Hitzeinseln, in denen sich Wärme auch nachts staut und kaum Abkühlung möglich ist. Diese fehlende Regeneration erhöht das gesundheitliche Risiko weiter. Für das Gesundheitssystem bedeutet das: steigende Fallzahlen, mehr hitzebedingte Beschwerden und eine insgesamt höhere Belastung der Versorgung.

   

Gesellschaftliche Herausforderung: Hitze trifft nicht alle gleich

Hitze ist längst auch eine soziale Frage. Besonders gefährdet sind Menschen mit geringeren finanziellen Ressourcen, auch ältere Personen sowie Menschen in Ballungszentren. Der Klimawandel verstärkt diese Entwicklung: Hitzewellen treten häufiger, intensiver und länger auf.  Dadurch nehmen sowohl gesundheitliche Risiken als auch wirtschaftliche und gesellschaftliche Belastungen zu.

   

Hitzeschutz als zentrale Zukunftsaufgabe

Die aktuelle Hitzewelle macht deutlich: Hitzeschutz ist keine kurzfristige Maßnahme, sondern eine langfristige gesundheitspolitische und gesellschaftliche Aufgabe. Neben individueller Vorsorge sind vor allem strukturelle Maßnahmen erforderlich – von umfassenden Hitzeschutzplänen im Gesundheitswesen über angepasste Arbeitsbedingungen bis hin zu klimaresilienter Stadtplanung. Nationale und internationale Gesundheits-organisationen betonen übereinstimmend die Dringlichkeit, diese Maßnahmen weiter auszubauen.

   

Mehr Informationen und Beteiligung

Weitere Informationen, Hintergründe und praktische Hinweise zum Thema „Hitze & Gesundheit“ findet ihr hier:

Physio Deutschland – Thema Hitze & Gesundheit

   

Externe Quellen: