Hitze belastet Physiotherapie: Physio Deutschland startet Befragung 2026

Hitze als unterschätzte Belastung im Berufsalltag
Die Arbeitsrealität in physiotherapeutischen Praxen und Kliniken wird zunehmend von Hitze geprägt. Steigende Temperaturen stellen Therapeut*innen und Patient*innen gleichermaßen vor Herausforderungen – körperlich, organisatorisch und strukturell. Mit einer erneuten Befragung in den Monaten Juni, Juli und August 2026 erhebt Physio Deutschland systematisch Daten zu den Auswirkungen von Hitze im Versorgungsalltag. Ziel ist es, konkrete Belastungen sichtbar zu machen und eine fundierte Grundlage für berufspolitische Forderungen zu schaffen.
Ergebnisse 2025 zeigen deutlichen Handlungsbedarf
Bereits die Befragung aus dem Jahr 2025 macht deutlich, wie groß die Auswirkungen sind: 836 Physiotherapeut*innen nahmen bundesweit teil – ein deutlicher Anstieg gegenüber dem Vorjahr. Die Ergebnisse zeigen, dass Hitze längst ein relevanter Belastungsfaktor ist. Zwar stellen viele Einrichtungen grundlegende Maßnahmen wie kostenloses Trinkwasser oder Ventilatoren bereit.
Gleichzeitig fehlt es jedoch häufig an strukturellen Lösungen: Klimatisierte Räume sind selten, und nur ein Teil der Einrichtungen misst systematisch Temperatur und Luftfeuchtigkeit. Auch gesundheitlich sind die Folgen spürbar: Ein Großteil der Befragten berichtet über Beschwerden wie Müdigkeit, Konzentrationsprobleme oder Kopfschmerzen. Diese beeinträchtigen nicht nur das Wohlbefinden, sondern auch die Leistungsfähigkeit und damit die Qualität der Versorgung. Hinzu kommt, dass organisatorische Anpassungen häufig ausbleiben. Eng getaktete Terminpläne und wirtschaftliche Rahmenbedingungen lassen oftmals wenig Spielraum für zusätzliche Pausen oder angepasste Arbeitszeiten.
„Hitze darf kein Randthema bleiben“
„Wir bedanken uns ganz herzlich bei allen Kolleginnen und Kollegen, die sich an der Befragung beteiligt haben, und hoffen, dass die Teilnahmequote weiter steigt. Hitze ist kein Randthema mehr, sondern ein relevanter Faktor für Gesundheit, Arbeitsorganisation und Versorgungsqualität“, sagt Dr. Minettchen Herchenröder, Generalsekretärin von Physio Deutschland. „Um hier nachhaltig etwas zu verändern, brauchen wir verlässliche Daten – und die aktive Beteiligung der Berufsgruppe.“
Jetzt teilnehmen und Erfahrungen einbringen
Auch 2026 sind Physiotherapeut*innen eingeladen, ihre Erfahrungen zu teilen. Die Teilnahme ist bewusst mehrfach möglich: Wer möchte, kann die Befragung in jedem der drei Sommermonate ausfüllen und so unterschiedliche Hitzephasen abbilden.
Im Fokus stehen unter anderem Fragen zu:
- Vorhandenen Hitzeschutzmaßnahmen wie Trinkwasser, Ventilation oder angepassten Arbeitszeiten
- technischer Ausstattung wie Thermo- und Hygrometer
- gesundheitlichen Auswirkungen wie Müdigkeit, Schwindel oder Kopfschmerzen
Hier geht es direkt zur Befragung 2026:
Datengrundlage für bessere Arbeitsbedingungen
Die Ergebnisse der Befragung fließen direkt in die berufspolitische Arbeit von Physio Deutschland ein. Ziel ist es, den Handlungsbedarf sichtbar zu machen und konkrete Verbesserungen anzustoßen – etwa beim Arbeitsschutz, bei baulichen Voraussetzungen oder bei der Organisation von Therapie unter Hitzebedingungen. Damit leistet die Teilnahme einen wichtigen Beitrag, um die physiotherapeutische Versorgung auch unter veränderten klimatischen Bedingungen nachhaltig zu sichern. Danke für eure Teilnahme!
Plakat: Tipps für heiße Sommertage
Ihr möchtet Patientinnen und Patienten in eurer Praxis rund um das Thema Hitze informieren? Dann nutzt unser kostenloses Praxisplakat und macht auf wichtige Hinweise zum Verhalten bei hohen Temperaturen aufmerksam. Hier geht es direkt zu unserer Infoseite "Auswirkungen von Hitze", wo ihr das Praxisplakat downloaden könnt.